Liebe Mitfastende,

immer wieder haben wir Sie in den vergangenen Jahren dazu aufgefordert, Bewährtes außer Acht zu lassen und den Alltag mal ganz anders aufzuziehen. Dieses Jahr, so mag der eine oder die andere meinen, haben wir’s wirklich übertrieben. „Riskier was, Mensch! Sieben Wochen ohne Vorsicht“, das klingt wie der Auftrag zu Leichtsinn und Rabaukentum. Wir wissen uns damit aber in bester Gesellschaft.
(Foto: Paula Markert)
In der Bibel wimmelt es von unvorsichtigen Männern und Frauen. Menschen, die übers Wasser laufen, Hochschwangeren, die auf Reisen gehen, ohne auch nur ein Hotel zu buchen. Da sind Leute, die von jetzt auf gleich Job, Haus und Hof verlassen, mittellose Witwen, die mächtigen Richtern auf den Wecker gehen, und ein unstudierter Wanderprediger, der es sich mit Staat und Klerus gleichzeitig verscherzt. Ratgeber, die vor Genmais und Finanzfallen warnen, vor Abenteuern, Karies und Taschendieben, gibt es genug. Jenseits dieser Hochsicherheitszonen aber liegt jede Menge Leben. Wer mehr riskieren will, muss keinen Extremsport betreiben oder ohne Sinn und Verstand an der Börse spekulieren.
Wir laden Sie ein, sich von den Hasardeuren der Bibel inspirieren zu lassen und gelegentlich auf die Fangnetze und doppelten Böden im Leben zu verzichten. Es reichen die kleinen Wagnisse, um etwas in Bewegung zu bringen: einmal freihändig balancierend etwas Neues ausprobieren, ein offenes Wort wagen und den folgenden Streit riskieren, festhalten an dem, was Ihnen wichtig ist, auch wenn die Idee scheinbar chancenlos ist.
Darum – Sie ahnen es bereits – riskieren wir bewusst was mit diesem Motto der Fastenaktion „7 Wochen Ohne“ 2013. „Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist“, heißt es in Josua 1,9. Wir freuen uns, dass Sie so unverzagt sind und mitmachen!
Arnd Brummer,
Geschäftsführer der Aktion
„7 Wochen Ohne“

